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Vorwort "Grüne Hölle 2007"Die längste Rennstrecke der Welt ist Gaststätte für den legendären Langstreckenpokal. Eine Rennserie, die ich selber seit 2003 mitfahre (siehe hier z.B. 24h-Rennen-Tagebuch 06). Das Vorwort zu diesem Buch wird in der Regel von typischen Motorsporttypen oder Sportfunktionären u.ä. Nerds geschrieben. 2007 kam die funkige Idee auf, daß doch den rasenden Rapper machen zu lassen. Ich habe den Job sehr ernst genommen. Die Strecke Is Foischt „Denken Se dran. Die Strecke is foischt.“ - Samstag morgens, für Popstarverhältnisse früher als frühestmöglich, die sportgesetzlich vorgeschriebene Fahrerbesprechung. Was gibt’s da schon groß zu erzählen? Die meisten fahren hier seit Jahren und die Strecke ist und bleibt die alte. Flaggenregelkenntnisse mußten wir alle bei der Lizenzprüfung vorweisen. Und weil hier alle schon alles wissen, kommen auch immer die gleichen hilflosen Warnungen. „Denken Se an die Flaggenregeln. Gelb heißt 'Langsam fahren, nischt überholen'“ und dann sagt der nächste Scheng im nonchalanten eiflerisch: „Denken Se dran, die Strecke is foischt“ als Warnung für die ersten Trainingsrunden, wenn der Morgentau noch über der Bahn liegt. Und doch werden sich gleich wieder eine ganze Reihe die schöne Karre kaputtfahren und beim Rennen ist gelb nur eine Farbe. „Die Strecke is foischt“ - Rein in den morgenluftklammen Overall. Das Innere des Helms riecht nach Cockpit. Die Strecke ist feucht. Die Strecke ist lang. Die Strecke ist alt. Alt wie ein Baum. Die Strecke ist wild. Sie führt durch Natur, die über die ganze Saison ihr Gesicht verändert. Im Frühjahr gehen die ersten Trainingsrunden in die gelbe aufgehende Sonne. Frischer Tau liegt in der Luft. Im Sommer das satte Grün der Wälder in Morgenröte. Der Herbst wirft warmes Orange über die braun-roten Blätter während im Morgennebel vereinzelt erste Motoren aufheulen. Rennfahrerromantik. Schön eng ist es im Schalensitz. Der Sechspunktgurt nimmt mich in den Arm. Die Reifen sind kalt und der Wagen rutscht ein bißchen auf der glatten Grand-Prix-Strecke. Die noch müden Handgelenke werfen die Gänge erst locker, dann routinierter und schwungvoller ein. Das Gaspedal ruhig aber bestimmt getreten, entspannt und beschwingt in die Bremse um sich an den aufbauenden Grip zu gewöhnen. Es ist wie Tango tanzen. Deutliche führende und fordernde Bewegungen gleichzeitig sanft und einfühlsam. Endlich: Die Einfahrt zur Schleife und augenblicklich gewinnt die Straße an Persönlichkeit. Die Strecke wird enger, die Bäume rücken ans Seitenfenster, das Fahrwerk bekommt die ersten harten Stöße. Myriaden von Bodenwellen, die sich jährlich wandeln, wie die Falten eines alten Gesichtes. Die Federung arbeitet. Der schnelle Rechtsknick runter in den Hatzenbach wird später voll gehen. Wie ein wedelnder Skifahrer durch die Bögen und dann über die Schönaichen-Schikane tänzeln, erste richtige Fahrt aufnehmen, ein kurzer kleiner Sprung über Quiddelbacher Höhe. Flugplatz ! Der noch schlafmüde Körper wird langsam mit Adrenalin aufgeschwemmt. Die Müdigkeit verfliegt. |
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